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Schreibwerkstatt Linz zum Thema
Auffinden von lebenden Würmern in Schokolade
Autor: Chris Hodges <chrisly-at-platon42-dot-de>

Kann man von Glück sprechen, wenn sich ein Wurm in eine köstliche Süßspeise verirrt? Ist es ein Zeichen dafür, dass die Schokolade besonders einladend war?

Ich finde, es ist nur gerecht, wenn auch winzigen Kriechtieren diese besondere Erfahrung zu teil wird, wenn jene braune Köstlichkeit ihnen auf der Zunge... äh... ventralen Öffnung zerfließt. Man könnte sie beneiden, dürfen sie sich doch ohne den Greul der Mutter in der zähflüssigen Masse wälzen und brauchen sich danach nicht zu baden.

Doch, wehe! Was mag passieren, wenn sie sich durch die Drogenwirkung stimuliert, allein nur noch der edelen Schokolade hingeben? Und sich formieren zu großen Wurmarmeen, die buchstäblich die Sußwarenabteilungen unterwandern und sich vermehren wie die Made im Speck? Wird dadurch die Nahrungsquelle aller leidenden Dichter und Schöpfer nicht knapper werden und versiegen? Ich sehe schon die ersten Kriege, wenn die letzten Reservoirs des braunen Goldes dem Wurmende geweiht sind. Oh, soll dies das Ende der bekannten Welt sein? Ist dieser kleine, sich windende Winzling der Anfang der Apokalypse?

Doch dann wird mir klar, in meinen Überlegungnen ist tatsächlich der Wurm drin. Und so wandert die Schokolade -- nicht ohne etwas Neid auf das kleine Ungeziefer mit seinem großen Schatz -- in den nächsten Papierkorb.

©1997-2009 Chris Hodges. Last time updated on 02-Jun-09 12:13:54. Legal disclaimer, imprint.