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Es war einmal ein kleiner Bär, der schon lange sehr grummelig war, und
irgendwann einmal dachte sich der Bär: "Warum bin ich eigenlich immer so
grummelig? Wenn ich zum Himmel blicke, sehe ich nur schöne weiße Wolken;
die sind überhaupt nicht grummelig." Und so beschloss der Bär, dass er die
Wolken fragen wolle, warum sie nicht grummelig sind.
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Am nächsten Morgen stand der Bär ganz früh auf. Doch zu seiner Verwunderung
waren alle Wolken verschwunden. Kein einziges Wölkchen war am Himmel zu
entdecken! Der kleine Bär war ratlos. Da kam ein Vogel mit lustigen gelben
Streifen an seinen Flügeln vorbeigehüpft. "Huhu Vogel", rief der Bär, "sag
mir bitte, wo ich die Wolken finde." Der Vogel sah ihn etwas verwirrt an,
zwitscherte dann aber: "Siehst Du diesen hohen Berg da drüben? Den musst Du
bis zur Spitze hochklettern, dort verstecken sie sich meistens." Der Bär
grummelte kurz, dann machte er sich auf den langen Weg.
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Er kam an einem schönen Wasserfall vorbei, an dem das Wasser nur so
fröhlich herumtanzte, der Bär aber beachtete ihn nicht weiter. Er stieg
höher und weiter und der Weg war grau von Asche und voller spitzer Steine.
Seine Füße begannen zu schmerzen, aber das machte ihm nichts aus. "Ich will
auf den Berg, um die Wolken zu fragen, warum sie nicht grummelig sind",
brummte er wannimmer sich seine Bärentatzen grummelnd bei ihm meldeten.
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Er kam an einem Loch vorbei, das tief war und dunkel und drumherum war
alles ganz komisch rot. "Nein, das ist wohl nicht der Weg zum Gipfel",
grummelte er und ging weiter.
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Dann erreichte einen See, der ganz seltsam hellblau war. Der Bär hatte
schon lange Hunger und sein Magen grummelte, doch da war kein Fisch, den er
nach dem Weg hätte fragen und danach auffressen können. Und so ging der Bär
weiter.
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Die Landschaft wurde immer kahler und der Wind biss ihm kalt in seine
Schnauze. Selbst durch sein dickes Fell spürte er die frostige Kälte. Zum
Glück hatte er wenigstens seinen Schal dabei. Und so stieg er weiter,
vorbei an kleinen Schneefeldern, die den Sommer wohl überdauert hatten.
Jetzt war der Gipfel schon ganz nah und auch die Sonne stand schon hoch im
Firmament. Und als er nach oben blickte, da begannen sich plötzlich ein
paar Wolken zu bilden. Er rief ihnen zu, aber sie hörten ihn wohl nicht,
denn eine Antwort blieb aus. "Hmpf, dann muss ich wohl wirklich hinauf bis
zur Spitze!", brummte der Bär und kletterte weiter.
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Und schließlich war er oben. Noch weiter hinauf ging es nicht. Er sah die
Wolken neben oder gar unter sich vorrüberschweben. Sie waren zum Greifen
nahe, aber er griff nicht nach ihnen. Er fragte auch nicht danach, wieso
sie nicht grummelig waren. Nein, denn als er den Gipfel erreichte und nicht
mehr nach oben schauen musste, blickte er nach unten auf das Land
ringsherum. Da war es ihm klar geworden: Dieses wundervolle Land, seine
Heimat, sein Zuhause, wenn man es aus den Augen verliert, fängt man an zu
grummeln. Der kleine Bär stand auf dem hohen Gipfel und ließ sich von der
Sonne wärmen, die bis in sein Herz drang. Und dann lächtelte er und war von
nun an nie mehr grummelig, denn nun kannte er das Geheimnis der Wolken.
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